Drama pur in Huckarde – unsere weibliche C-Jugend kassiert Ausgleich nach Spielende
Was für ein verrücktes Auswärtsspiel erlebten wir am gestrigen Samstag beim SC 1885 Huckarde-Rahm. Schon im Vorfeld war klar: Die Vorzeichen standen nicht optimal. Gleich vier Spielerinnen kehren zwar langsam nach ihren Verletzungen zurück, doch nach wochenlangen Ausfällen und kaum Training war keine handballerische Explosion zu erwarten. Trotzdem wollten wir unbedingt die ersten beiden Punkte der Saison einfahren.
Und wir waren nah dran – bis 4 Sekunden nach Abpfiff. Richtig gelesen: erst nach der Schlusssirene fiel der Ausgleich zum 28:28. Aber der Reihe nach.
Wir starteten gut in die Partie, spielten mit viel Tempo und erspielten uns immer wieder Führungen. Doch durch unkonzentrierte Phasen gaben wir 3- bis 4-Tore-Vorsprünge immer wieder leichtfertig her. Zusätzlich trugen die äußeren Umstände nicht unbedingt zur Ruhe bei. Ganze neun (!) Siebenmeter wurden gegen uns verhängt – teilweise bei Zweikämpfen auf 11m. Für uns gab es dagegen keinen einzigen Strafwurf. Auch drei Zeitstrafen gegen uns standen am Ende auf dem Protokoll, während Huckarde ohne ausging. Selbst die Schiedsrichterbeobachterin und die heimischen Zuschauer hatten spürbar Verständnis für unser Unverständnis bzw. erkannten die Fehler.
Als wäre das nicht schon genug, spielte auch die Technik verrückt: Im digitalen Spielbericht verschwanden plötzlich acht Minuten in der ersten Halbzeit, und auch in der zweiten Hälfte gab es Unstimmigkeiten mit der Zeitnahme.
Sportlich entschieden wurde das Spiel dann in den letzten Sekunden: Kurz vor Ende erzielten wir das 27:28 und sahen schon wie die Siegerinnen aus. 20 Sekunden vor Schluss gab es – erneut – einen Siebenmeter gegen uns. Der Schiedsrichter hat das Spiel nicht unterbrochen und pfiff den 7m an. Die Ausführung zog sich in die Länge, die Sirene ertönte, unsere Torhüterin schaltete ab, der Wurf kam Sekunden nach dem Signal – und wurde trotzdem gegeben. Im Spielbericht tauchte dieser Ausgleich sogar in der Minute 48:11 auf, obwohl die reguläre Spielzeit längst abgelaufen war.
Wir haben vor Ort überlegt, Einspruch einzulegen. Doch im Sinne des Sports und der Kinder entschieden wir uns dagegen. Denn am Ende gilt: Von „Recht haben“ und „Recht bekommen“ hat noch kein Team profitiert. Wir nehmen das Ergebnis sportlich an, auch wenn es sich erstmal schlecht anfühlt.
Trotz allem müssen wir selbstkritisch festhalten: 28 Gegentore sind zu viel, und unsere unkonzentrierten Phasen haben uns mehr gekostet wie die unglücklichen Entscheidungen. Die Mädels haben dennoch großartig gekämpft, trotz aller Widrigkeiten. Mit voller Kraft und wenn die Verletzten zurück sind, wird dieses Team noch viele Siege feiern – daran zweifeln wir nicht.