Arbeitssieg mit Willenskraft – Westfalia-Damen drehen 31:23-Heimerfolg nach zähem Kampf

Es war kein Glanzauftritt, aber ein wichtiger Sieg: Die Damen des HC Westfalia Herne haben am Wochenende ihr Heimspiel gegen den HSC Welper 2 nach einer wechselhaften Leistung mit 31:23 (12:13) gewonnen. Was am Ende auf der Anzeigetafel deutlich aussieht, war in Wahrheit ein hartes Stück Arbeit – mit vielen Phasen, in denen wenig zusammenlief.

Schleppender Start und schwierige Bedingungen

Schon vor dem Anpfiff waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Beide Stammtorhüterinnen fallen langfristig mit Kreuzbandrissen aus, einige Feldspielerinnen gingen angeschlagen in die Partie. Entsprechend schwer tat sich Westfalia, ins Spiel zu finden.

Die erste Hälfte war geprägt von Unsicherheiten, Fehlpässen und vergebenen Chancen. Immer wieder wechselte die Führung, ehe Herne mit einem knappen 12:13-Rückstand in die Kabine ging.

Zwischen den Pfosten stand an diesem Abend Celine Hildebrandt, die normalerweise beim Fußball-Verbandsligisten Spvg. Horsthausen aktiv ist. Trotz der Umstellung zeigte sie ein starkes Debüt und hielt das Team mit einigen Paraden im Spiel.

Trainer Jan Kraffzick lobte ihren Einsatz:

„Celine hat das richtig gut gemacht. Natürlich ist das eine riesige Umstellung, aber sie hat Ruhe ausgestrahlt und wichtige Bälle gehalten.“

Zweite Halbzeit: Vom Tief zum Aufbruch

Nach dem Seitenwechsel sah es zunächst gar nicht gut aus. Welper nutzte Herner Fehler eiskalt und zog auf 13:18 davon. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig auf einen Westfalia-Sieg hin: Im Angriff fehlte Tempo und Dynamik, die Beine wirkten schwer, und auch in der Defensive war oft ein Schritt zu spät.

Doch dann zeigte sich die andere Seite dieser Mannschaft – die, die über den Willen kommt. Eine Zeitstrafe gegen Regina Wagner schien ein Weckruf zu sein. Die Abwehr arbeitete aggressiver, die Körpersprache stimmte plötzlich, und vorne wurden die Chancen wieder konsequenter genutzt. Tor um Tor kämpfte sich Westfalia zurück ins Spiel – beim 19:19 war die Partie wieder offen, beim 22:20 hatte Herne das Momentum endgültig auf seiner Seite.

Von da an lief es: die einfachen Tore kamen zurück, die Abwehr stand stabiler, und Welper verlor zunehmend den Faden. Am Ende stand ein klarer 31:23-Heimerfolg, der allerdings härter erkämpft war, als das Ergebnis vermuten lässt.

Ein schöner Sieg war es nicht – aber ein verdienter. Westfalia zeigte Moral, Kampfgeist und den unbedingten Willen, auch in schwierigen Phasen nicht auseinanderzufallen. Genau das war der Schlüssel zum Erfolg.

Trainer Jan Kraffzick fasste es treffend zusammen:

„Das war ein Arbeitssieg. Wir haben viele Dinge nicht gut gemacht, aber am Ende über den Kampf gewonnen. Darauf können wir aufbauen.“

Am kommenden Wochenende wartet mit dem PSV Recklinghausen 4 der nächste Härtetest – bislang ebenfalls ohne Punktverlust. Mit mehr Frische und derselben mentalen Stärke will Westfalia dort den nächsten Schritt machen.

Hildebrandt (1.–60.), Müller (9), Herbold (2), Bannasch (3), Wagner (2), F. Hemmelmann (8), Hanke (6), L. Hemmelmann (1)